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IRGENDWAS IST IMMER
PopMusikcomedy mit neuen Poppsongs und absurden Coverversionen

Der perfekte Sommerabend: Das Abendrot glüht an der Küchenwand, die Katze kuckt komisch und kotzt, der Typ, der dich immer ignoriert hat, ruft plötzlich an, im Fernsehen läuft Ally McBeal – was kann da noch Schlimmes passieren? Ein Glück, dass wir Poppschutz haben. Sie wissen: Irgendwas ist immer.


 

Zum Berühmtwerden fehlt die eigene Fernsehshow. Und zur eigenen Fernsehshow fehlt nur der eigene Fernsehkanal. Nur der ist eben durch das neue 24-Stunden-Home-Order-Television mit Andreas Türck blockiert. Aber vielleicht ist das private Glück auch viel wichtiger. Nur: beim One-Night-Stand fehlt oft ein Stück zum Glück, meistens nur ein paar Zentimeter. Deswegen muss man „Quickie“ ja auch mit „Kurzem“ übersetzen. Das kleine Glück eben.

Wahrscheinlich funktioniert’s eben auch eher andersrum: Erst berühmt werden und dann hat man an jeder Hand zehn Anwärter/innen. Bei Dieter Bohlen kann's ja nun auch nicht am Aussehen liegen, dass er so hübsche Frauen wie Naddel, Estefania oder Thomas bekommen hat. Richtig berühmt ist man eben erst, wenn man sich entscheiden muss, immer höchstens mit vier Fans gleichzeitig ins Bett zu gehen.

Wenn Berühmtsein nur nicht so viele Schattenseiten hätte – nicht mehr bei Versace einkaufen können, ohne angefasst zu werden; immer mit der Meysel in Talkshows hocken; und dann die quälende Frage: Was koche ich heute bei Biolek?

Wie man’s macht... Irgendwas ist immer.

Stattdessen gehen sich Thorsten Saleina und Hans Peter Reutter auf Tour so lange gegenseitig auf die Nerven und rauben sich mit Nasenspray und Schnarchgeräuschen so lange den Schlaf, bis sie eben Stars und berühmt genug für die Luxussuite sind. Nur bis dahin bleiben sie das Traumpaar wider Willen der Popcomedy. Zur Freude des Publikums tragen sie ihren Frust mit Zickereien und Tiefschlägen auf offener Bühne aus und konkurrieren um den Preis der besten Beleidigung. Mit Gänsehautstimmen und dem nötigen Groove sagen und singen sie uns, was Sache ist: Halt dich grade und die Ohren steif – misstraue Papiergeld, wenn es doch Cards und E-Commerce gibt – du brauchst keine Beziehung, Hauptsache, du beziehst dein Bett und Gehalt.

 

Tragisch veranlagt (Regie: Lisa Politt)

"Jaques Brel trifft Paul Kuhn. "Tragisch veranlagt" im Atrium.
Was passiert, wenn ein notorisch depressiver Chansonnier seinenLiederabend mit einem herumalbernden Pianisten bestreiten muß?
Die Antwort auf diese Frage erhält man derzeit im Atrium in der Bernstorffstraße. In herrlichster Lemmon/Matthau-Tradition liefert sich dort auf der Bühne das "verrückte Paar" Saleina/Reutter einen musikalischen Schlagabtausch, der vom seichten Trivial-Pop (ABBA, Take That) bis hin zur Bombast-Ballade
(Get Here, Time to say Goodbye in einer köstlichen Speisekartenversion) alle Sparten abdeckt, und das immer mit bissig-bösen deutschen Texten.
Denn eigentlich ist die Welt gar nicht so schlecht, wie der "tragisch veranlagte" Sänger Thorsten Saleina
den Zuschauern in seinen Liedern deutlich machen möchte.
Aber alle Versuche seitens des Pianisten Hans Peter Reutter, ihn und das Publikum vom Gegenteil zu überzeugen, scheitern aufs Vergnüglichste. So findet sich der Sänger plötzlich in einer Psycho-Talk Show wieder und muß seine "brennende Leidenschaft" für Meerschweinchen aufarbeiten, und dem Mann am Klavier werden dafür im Gegenzug brisante Passagen aus "geknackten" Tagebüchern vorgehalten.
Daß bei aller Kurzweiligkeit der emotionale Tiefgang nicht zu kurz kommt, dafür zeichnet Regisseurin Lisa Politt (Herrchens Frauchen) verantwortlich, deren kabarettistische Handschrift an einigen Stellen des Programms unverkennbar ist.
Fazit: Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte. In diesem Fall das höchstbegeisterte Publikum."


Hamburger Rundschau

Tragisch veranlagt ist das erste gemeinsame Bühnenprogramm von Thorsten Saleina und Hans Peter Reutter.

 

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